Die
Ursache der Gründung war ein Lehrgang der Obstbaufreunde in Bad
Cannstatt, an weIchem einige Untertürkheimer Obstbaufreunde
teilnahmen.
Dies
waren Albert Berner, Karl Friedauer, Hermann Gaßmann, Johannes
Haag, Karl Henke und Moritz Zaiss. Nach dieser Lehrgangsteilnahme wurde
eine Versammlung einberufen, und 27 Untertürkheimer Bürger
wurden Gründungsmitglieder des Obst- und Gartenbauvereins
Untertürkheim.
Die 1.
Vorsitzenden von der Gründung bis heute
1933 -
1936 Eugen Raisch
1936 -
1937 Albert Häußermann
1937
Herr Mailing
1937 -
1962 Hugo Munk
1962 -
1984 Gustav Gugeler von 1964 - 1968 1. Vorsitzender des KOV
1984 -
1990 Richard Jung, 1962 - 1984 2. Vorsitzender, seit 1993
Ehrenvorstand
1990 -
Hermann Jung
Im
Jahr 2003 wurde der Verein 70 Jahre alt, er ist aktiv wie eh und
jeh.
Immer wieder kommen neue Mitglieder hinzu, die zum Bestehen
des Vereins beitragen und neue Impulse und Ideen für ein
attraktives Vereinsleben geben.
Auszug
aus der Festschrift zum 60. Jubiläum im Jahre 1993:
Rückblick auf ein Jahrzehnt Obstbau
Ein Bericht der Fachwarte Richard Jung und Manfred Ott
In unserem letzten Bericht vom Jubiläumsjahr 1983 erwähnten
wir den Wandel vom Hochstammobstbau zur schlanken Spindel. Wir
können uns noch gut erinnern, als es Zuschuß gab zur Rodung
von Obsthochstämmen. Heute ist es genau umgekehrt. Man bekommt
kostenlos Bäume zur
Pflanzung oder wird unterstützt bei der Anlage von
Streuobstwiesen.
Nun aber zum kleinen, auf schwach wachsender Unterlage veredelten
Pillarbaum. Die Vorteile dieser Erziehungsart wurden vom Gartenbesitzer
schnell erkannt. Früher Ertragsbeginn schon ab dem 2. oder 3.
Standjahr. Schädlingsbekämpfung, Schnittmaßnahmen und
Ernte können meist vom Boden aus erledigt werden. Durch kleinere
Erntemengen je Baum und Sortenvielfalt wird die Verwertung
günstiger. Dazu kommen noch durch Neuzüchtung von z. B.
Elstar, Rubinette und Alkmene, Spitzensorten von Qualität und
Aussehen. Diese Bäume erfordern allerdings durch ihr schwaches
Wurzelvolumen stets eine Unterstützungsvorrichtung (Einzelstickel
oder Drahtanlage). Dazu günstige Bodenverhältnisse und gute
klimatische Lage.
Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, pflanzen Sie lieber auf
Wildlingsunterlage die altbewährten robusten Sorten: Brettacher,
Boskop oder Oldenburg. Von diesen Arten erhalten Sie auch in
ungünstigen Lagen und schlechteren Böden noch ansprechende
Erträge.
Man kann heute ja auch schon mehltauresistente Stachelbeeren
kaufen. Ebenso wie virusfreies Himbeer- und Erdbeerpflanzgut. Selbst
schorffreie Apfelsorten gibt es schon. Diese sind allerdings im
Geschmack
noch unbefriedigend.
So kommen wir dem Ziel immer näher, weniger zu
spritzen. Vom grünen Tisch aus wird ja gefordert, alles zu
unterlassen. Wir müssen aber hier als Fachleute sagen: "Ganz ohne
geht es auch nicht!“ Man muß dem Gartenliebhaber
soviel zugestehen, dass er seine Pflanzen und Früchte vor extremem
Schädlingsbefall schützt, bevor sie eingehen. Bei den
Ziersträuchern liegt die Sache etwas anders. Hier geht es ja mehr
um Blühwilligkeit, Rückschnitt und Wuchsstärke. Da
sollen nur heimische und keine ausländischen Gehölze mehr
gepflanzt werden. Aber was ist nun ausländisch
oder einheimisch?
Da hätte ich doch beinahe das Wetter vergessen. Wir können es
nur durch Gießen oder Schattieren beeinflussen. Die Natur bewirkt
aber doch sehr stark das Wachsen und Gedeihen unserer Pflanzen ,
genauso wie die Entwicklung tierischer und pilzlicher Schädlinge,
welche uns oft so hart zusetzen. Gerade darüber aber wollen wir
Sie das Jahr über, besonders aber in unseren
Schnittlehrgängen beraten und unterstützen. Jedes Jahr bringt
neue Fragen und andere Probleme. Diese gemeinsam mit Ihnen zusammen zu
meistern, sehen wir als unsere Aufgabe an.